Aktiv  

auf  

dem  

Land!

Beinahe ein Traumjob: Allrounderin mit 7-Tage-Woche

In einer repräsentativen Studie zeigen der Rheinische LandFrauenverband e.V. und der Westfälisch-Lippische LandFrauenverband e.V. ein detailliertes Bild über Frauen in der Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen.

 

Stellen Sie sich Ihren Job wie folgt vor: Sie arbeiten in einem kleinen ländlich gelegenen Familienbetrieb mit einer halben Stelle als Co-Betriebsleiterin (20 h/Woche). Nebenher organisieren Sie einen Vier-bis-Fünfpersonenhaushalt. Sie erziehen nicht nur die Kinder und verpflegen die Angestellten des Betriebes mit, sondern betreuen auch die Elterngeneration. Insgesamt 34 Stunden pro Woche wirtschaften Sie für Haushalt und Familie. Damit aber nicht genug. Als Angestellte gehen Sie außerhalb des Familienbetriebes arbeiten — rund einen Tag in der Woche (7 h). Zu diesem Zeitpunkt haben Sie bereits mehr als 60 Stunden geleistet. Jetzt addieren Sie noch eine Stunde hinzu, die Sie wöchentlich für das Ehrenamt investieren. Das ist dann der statistische Durchschnitt der Wochenarbeitszeit von Frauen in der Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen.

Das Arbeitspensum ist nur ein Aspekt der Studie „Frauen in der Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen“. Obwohl die Frau in der Landwirtschaft eine zentrale Rolle spielt, stand sie bisher nie im Mittelpunkt einer Agrarstatistik. Das wollten der Westfälisch-Lippische LandFrauenverband e.V. und der Rheinische LandFrauenverband e.V. ändern. Im Rahmen einer repräsentativen Studie erhoben sie wichtige Informationen unter anderem zu Status und Rolle der Frauen, Freude- und Belastungsfaktoren, Zukunftserwartungen sowie zum Leben auf dem Land.

Landfrauen sind echte Allrounderinnen. Ob im Agrarbüro (77 %), als Springer (74 %) oder im Stall (64%), sie packen in vielen Bereichen mit an. Jede Zehnte führt sogar einen eigenen Betriebszweig, beispielsweise in der Direktvermarktung.

Trotz der enormen Leistungen sind die 300 Befragten mehrheitlich mit ihrem Leben zufrieden. Die gut funktionierenden Netzwerke auf dem Land und das familiäre Zusammenleben auf den Höfen schenken den Frauen Kraft und Zuversicht. Sorgen bereiten dagegen externe Faktoren. Dazu zählt die finanzielle Situation, verursacht durch niedrige Erzeugerpreise und steigende Produktionskosten, sowie das negative Image der Landwirtschaft.

Hier können Sie die Studie herunterladen.

Ansprechpartnerin ist die Projektleiterin Hildegard Kuhlmann (hildegard.kuhlmann@lwk.nrw.de).

 

 
(